Hamburg
Von Wolfgang Borchert
Hamburg!
Das ist mehr als ein Haufen Steine, Dächer, Fenster, Tapeten, Betten, Straßen, Brücken und Laternen. Das ist mehr als Fabrikschornsteine und Autogehupe - mehr als Möwengelächter, Straßenbahnschrei und das Donnern der Eisenbahnen - das ist mehr als Schiffssirenen, kreischende Kräne, Flüche und Tanzmusik - oh, das ist unendlich viel mehr. Das ist unser Wille zu sein. Nicht irgendwo und irgendwie zu sein, sondern hier und nur hier zwischen Alsterbach und Elbestrom zu sein - und nur zu sein, wie wir sind, wir in Hamburg.
Das geben wir zu, ohne uns zu schämen: Dass uns die Seewinde und die Stromnebel betört und behext haben zu bleiben - hierzubleiben, hier zu bleiben! Dass uns der Alsterteich verführt hat, unsere Häuser reich und ringsherum zu bauen - und dass uns der Strom, der breite graue Strom verführt hat, unsere Sehnsucht nach den Meeren nachzusegeln, auszufahren, wegzuwandern, fortzuwehen - zu segeln, um wiederzukehren, wiederzukehren, krank