"Anker"
Nicht dass Sie denken, ich hätte den Frühjahrskoller. Sei also entsprechend körperlich und geistig durcheinander von steigenden Säften, knospenden Emotionen und sprießenden Trieben. Nicht doch. Aber zugegebenermaßen kann man sich schon den jahreszeitlich mächtig wuchernden Sprachbildern und Metaphern nicht entziehen. Ob nun romantisch flatternde blaue Bänder, brachial ausschlagende Bäume oder martialisch aus dem Erdreich schießende Schößlinge. Alles steht im Zeichen des Aufbruchs und des Neuanfangs. Was sich jetzt nicht streckt und aufsteht, bleibt lange liegen. Passend fügt sich so ja auch das Osterfest in diesen allgemeinen Aufbruch, als christliches Fest der Auferstehung, das seinerseits wieder lange Tradition als Feier des Frühlings aus heidnischer Zeit hat. Wie die Etymologen uns verraten, hat das Wort „Ostern“ etwas mit der „Morgenröte“ zu tun, die ja ihrerseits den täglichen Neustart aus der Dunkelheit verkörpert. Alles auf Anfang also. Wunderbar passend, dass sich nun auch der
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