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  • 1 year ago
Roland Reuß/Julian Doepp: Kafkas "Process" als Handschrift

Roland Reuß/Julian Doepp: Kafkas "Process" als Handschrift

Roland Reuß (Herausgeber der historisch-kritischen Franz-Kafka-Ausgabe) im Gespräch mit Julian Doepp / BR 2010 // "Ich schreibe seit ein paar Tagen ... mein regelmäßiges, leeres, irrsinniges, junggesellenmäßiges Leben hat eine Rechtfertigung", notiert Franz Kafka im August 1914 in sein Tagebuch. Nicht lange danach erwähnt er zum ersten Mal den "Process". Der Akt des Schreibens an dem Romanfragment dokumentiert sich in der historisch-kritischen Edition. Denn die Faksimiles und Transkriptionen von Kafkas Handschrift zeigen keinen linearen, abgeschlossenen Text, sondern offenbaren den "Process" als work in progress. In einem ausführlichen Gespräch mit Roland Reuß, der die Edition unter Mitarbeit von Peter Staengle herausgegeben hat, wird deutlich, welche Entscheidungen für das editorische Vorgehen ausschlaggebend waren - angesichts einer Textüberlieferung, aus der sich viele Fragen ergeben: Wie erkennt man ein unvollendetes Kapitel? Warum hat Kafka versucht, Anfang und Ende des Romans gle

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